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Bis zur letzten Böe – Deutsche Meisterschaften Taifun, Taifun-Jugend, IC und IC-Euro-Cup 2026 in Mardorf

Acht Wettfahrten, offene Titelkämpfe und gelebte deutsch-britische Kanusegelgemeinschaft am Steinhuder Meer

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Acht Wettfahrten, wechselnde Windverhältnisse, enge Entscheidungen und eine Gemeinschaft, die weit über Ländergrenzen hinausreicht: Mardorf wurde für eine Woche zum Mittelpunkt des Kanusegelsports.

Die Deutschen Meisterschaften der Taifun-, Taifun-Jugend- und International-Canoe-Klasse sowie der Euro-Cup der IC machten Mardorf vom 26. Juli bis 1. August 2026 zu einem Treffpunkt für anspruchsvollen Segelsport, persönliche Geschichten und gelebte Gemeinschaft.

Eröffnung im Zeichen der Gemeinschaft

Bereits bei der feierlichen Eröffnung am Sonntag war zu spüren, dass diese Meisterschaft mehr werden würde als eine reine Regattawoche. Deutsche und britische Seglerinnen und Segler trafen sich nicht nur als Konkurrenten, sondern als Teil einer über viele Jahre gewachsenen internationalen Kanusegelgemeinschaft. Alte Freundschaften wurden aufgefrischt, neue Kontakte geknüpft und die Vorfreude auf die Wettfahrten war überall auf dem Gelände zu spüren.

Kraftvoller Auftakt bei drei bis vier Windstärken

Am Montag begann der sportliche Teil mit idealen Bedingungen. Drei bis vier Windstärken sorgten für Tempo, anspruchsvolle Manöver und drei sehenswerte Wettfahrten. Auf dem Steinhuder Meer waren von Beginn an Aufmerksamkeit, Kondition und eine saubere Bootbeherrschung gefragt. Wer einen Winddreher zu spät erkannte oder eine Böe nicht konsequent nutzte, verlor schnell mehrere Plätze.

In der IC-Klasse deutete sich früh das Duell zwischen Ole Junge und dem Briten Alistair Warren an. Beide wechselten sich an der Spitze ab. Ole Junge gewann die erste und dritte Wettfahrt, während Alistair Warren im zweiten Rennen konterte. Manuel Radek hielt sich mit konstanten Ergebnissen in der Spitzengruppe und brachte sich früh in Position für das Podium.

Auch bei den Taifunen ging es eng zu. Claudius Junge eröffnete die Serie mit einem Sieg, Niklas Steimann gewann die zweite Wettfahrt. Christopher Jung musste dagegen mit einem Ausfall und einem nicht gesegelten Rennen einen denkbar schwierigen Start verkraften. Zu diesem Zeitpunkt war kaum abzusehen, dass ausgerechnet er später für die größte sportliche Geschichte der Meisterschaft sorgen würde.

Böen, Dreher und wechselnde Chancen

Am Dienstag standen bei drei Windstärken und Böen bis vier Beaufort zwei weitere Wettfahrten auf dem Programm. Die Böen liefen nicht gleichmäßig über das Revier. Einzelne Windfelder entschieden darüber, wer auf der Kreuz Höhe gewinnen oder auf den Raumschotskursen Geschwindigkeit aufbauen konnte. Häufig wechselten die Positionen noch innerhalb einer einzigen Bahnmarkenrunde.

In der IC-Klasse blieb das Spitzenduell völlig offen. Ole Junge und Alistair Warren teilten erneut die Siege unter sich. Dahinter überzeugte Manuel Radek mit ruhigem, konstantem Segeln. Bei den Taifunen setzte Christopher Jung seine nach dem schwierigen Auftakt begonnene Aufholjagd fort. Ab der dritten Wettfahrt gewann er jedes Rennen – eine Serie, die im weiteren Verlauf noch besondere Bedeutung bekommen sollte.

Windstille am Mittwoch

Der Mittwoch zeigte die andere Seite des Segelsports. Das Steinhuder Meer lag nahezu ohne Wind da. So sehr alle Beteiligten auf eine segelbare Brise hofften: Eine faire Wettfahrt war nicht möglich. Die Entscheidung, den Tag als windbedingten Ruhetag zu nutzen, war konsequent und richtig. Die Pause gab den Mannschaften Gelegenheit, Material zu kontrollieren, Kraft zu sammeln und die internationale Gemeinschaft an Land zu pflegen.

Die Meisterschaften bleiben bis zum Schluss offen

Am Donnerstag kehrte der Wind zurück und ermöglichte zwei weitere Wettfahrten. Damit wurde die entscheidende Phase der Meisterschaft eingeläutet. In beiden großen Feldern war noch nichts entschieden.

Vor der letzten Wettfahrt führte bei den Taifunen Niklas Steimann. Claudius Junge lag ebenfalls aussichtsreich, während Christopher Jung trotz seiner Siegesserie wegen der beiden belastenden Auftaktergebnisse rechnerisch noch zurücklag. Erst mit der achten Wettfahrt kam der zweite Streicher zur Anwendung – und genau das machte das Finale so außergewöhnlich.

Am Freitag konnte noch eine Wettfahrt gestartet werden. Während des Rennens ließ der Wind jedoch zunehmend nach. Freie Bahn, ein sauberer Windanschluss und das konsequente Erhalten der Bootsgeschwindigkeit wurden wichtiger als reine Kraft. Jeder kleine Windstreifen konnte Plätze bringen, jeder Stillstand wertvolle Meter kosten. Nach dem Zieleinlauf schlief der Wind endgültig ein. Eine weitere faire Wettfahrt war nicht mehr möglich.

Bei den Taifunen vollendete Christopher Jung sein bemerkenswertes Comeback. Nach dem Ausfall in der ersten und dem Nichtstart in der zweiten Wettfahrt gewann er sämtliche sechs folgenden Rennen. Durch das Inkrafttreten des zweiten Streichers konnte er die beiden Auftaktergebnisse aus der Wertung nehmen und sich mit sechs Nettopunkten noch den Meistertitel sichern. Eine solche Serie unter wechselnden Bedingungen war ebenso eindrucksvoll wie nervenstark.

Niklas Steimann segelte eine ausgesprochen konstante Meisterschaft. Mit einem Sieg und zahlreichen Platzierungen zwischen Rang zwei und drei wurde er mit 14 Punkten Vizemeister. Nur einen Punkt dahinter folgte Claudius Junge. Sein Sieg zum Auftakt und der zweite Platz im abschließenden Rennen sicherten ihm Bronze vor Felix Mosebach.

IC-Entscheidung mit deutsch-britischem Spitzenduell

Auch der Euro-Cup der International Canoes blieb bis zum letzten Rennen spannend. Vor dem Finale trennte Ole Junge und Alistair Warren lediglich ein Punkt. Der Deutsche hatte fünf Wettfahrtsiege gesammelt, Warren drei. Im achten Rennen setzte sich Ole Junge noch einmal durch, während Warren als Dritter ins Ziel kam.

Mit sieben Nettopunkten gewann Ole Junge sowohl den IC-Euro-Cup als auch die Deutsche Meisterschaft. Alistair Warren wurde mit neun Punkten Zweiter der internationalen Wertung. Manuel Radek segelte mit bemerkenswerter Konstanz auf den dritten Platz des Euro-Cups und gewann zugleich Silber in der deutschen Meisterschaft. Bronze bei der Deutschen Meisterschaft ging an Axel Bierwagen. Mit Dan Heaton auf Rang vier und Christopher Hampe auf Rang fünf unterstrichen die britischen Gäste ihre sportliche Stärke.

Gerade dieses deutsch-britische Duell zeigte, was die IC-Klasse auszeichnet: Auf dem Wasser wurde um jeden Meter gekämpft, an Land überwogen Freundschaft, gegenseitiger Respekt und die gemeinsame Begeisterung für technisch anspruchsvolle Segelkanus.

Die Taifun-Jugend behauptet sich im Hauptfeld

Einen besonderen Stellenwert hatte die Taifun-Jugend. Die Nachwuchsseglerinnen und Nachwuchssegler traten nicht in einem abgeschirmten Nebenfeld an, sondern mussten sich unmittelbar im Hauptfeld behaupten. Dort erkämpften sie sich sichtbar ihre Daseinsberechtigung.

Emma Nitsch und Marit Wegner erreichten im starken Taifun-Feld den 13. Gesamtrang. Maja Stahl und Jonas Kloppenburg kämpften sich ebenfalls durch die anspruchsvolle Serie und konnten sich bei ihren regulär beendeten Wettfahrten von Rang 16 über Rang 15 bis auf Rang 14 steigern. Die Ergebnisse zeigen, dass die Jugend nicht nur mitsegelt, sondern Erfahrung sammelt, Verantwortung übernimmt und Schritt für Schritt den Anschluss an die etablierten Mannschaften herstellt.

Das Comeback des Jahres

Das „Comeback des Jahres“ gehörte Anke Kloppenburg und ihrem Sohn Lukas als Vorschoter. Nach einem schwierigen Verlauf und mehreren nicht gesegelten Wettfahrten kehrten sie am Donnerstag in die Serie zurück. Mit einem zwölften Platz in der siebten Wettfahrt setzten sie sofort ein Ausrufezeichen. Auch im schwierigen, immer schwächer werdenden Schlussrennen brachten sie ihren Taifun ins Ziel. Ihr gemeinsamer Einsatz stand sinnbildlich für Ausdauer, Familienzusammenhalt und die besondere Atmosphäre dieser Meisterschaft.

Zwei neue International Canoes feiern Premiere

Ein weiteres besonderes Ereignis fand abseits der eigentlichen Wettfahrten statt: die Taufe der beiden neuen International Canoes GER 100 und GER 101 von Emma Grigull und Frederik „Freddy“ Steimann.

Fast ein Jahr lang hatten Emma und Freddy an ihren neuen Booten gebaut. Hinter den beiden ICs stehen viele Stunden Arbeit, Geduld und die Bereitschaft, eigene Ideen konsequent umzusetzen. In Mardorf war nun der große Moment gekommen: Die Boote wurden im Kreis der Kanuseglergemeinschaft feierlich getauft und anschließend erstmals gesegelt.

Damit war die Meisterschaft für Emma und Freddy weit mehr als nur eine Regatta. Sie war zugleich der Abschluss eines langen Bauprojekts und der Beginn einer neuen sportlichen Entwicklung. Bei den ersten Schlägen auf dem Steinhuder Meer zeigte sich bereits, welches Potenzial in den beiden Neubauten steckt. Die ersten Erfahrungen lassen erkennen, dass GER 100 und GER 101 von der Grundgeschwindigkeit her das Zeug haben, mit der Spitze des IC-Feldes zu konkurrieren.

Beide Boote sind inzwischen offiziell vermessen. Nun beginnt die Phase der Feinabstimmung: Einstellungen, Trimm und technische Details werden weiter erprobt und optimiert. Das nächste große Ziel steht ebenfalls schon fest – die Weltmeisterschaft 2027 in Australien. Bis dahin sollen GER 100 und GER 101 Schritt für Schritt weiterentwickelt und auf höchstem internationalem Niveau konkurrenzfähig gemacht werden.

Die Taufe war deshalb nicht nur ein persönlicher Höhepunkt für Emma und Freddy. Sie war auch ein starkes Zeichen für die Zukunft der International-Canoe-Klasse: zwei neue, selbst gebaute Boote, zwei engagierte Segler und ein gemeinsames Ziel, das weit über Mardorf hinausreicht.

Gäste aus England begeistert von Mardorf

Die britischen Gäste zeigten sich vom Steinhuder Meer, den sportlichen Bedingungen und der Gastfreundschaft in Mardorf begeistert. Besonders hervorgehoben wurden das Revier, die gute Ausstattung der Wettfahrtvereinigung und des Prahms sowie die Energie und Ausdauer aller Beteiligten.

Ein wichtiger Teil des Sicherheitskonzepts waren die Rettungsboote und ihre Besatzungen. Den Mannschaften von BSV, FSA, SVG und KSGH gebührt ein besonderer Dank. Sie waren zuverlässig auf dem Wasser präsent und schufen damit die Voraussetzung dafür, dass auch bei kräftigen Böen und wechselnden Bedingungen sicher gesegelt werden konnte.

Die Woche zeigte eindrucksvoll, wie verbindend Kanusegeln sein kann. Deutsche und britische Teilnehmer kämpften sportlich hart gegeneinander, feierten anschließend aber gemeinsam. Unterschiedliche Vereine und Nationen bildeten keine getrennten Lager. Sie waren Teil einer Gemeinschaft, die von gegenseitigem Respekt, Freundschaft und der Begeisterung für einen außergewöhnlichen Sport getragen wird.

Auch an Land eine rundum gelungene Meisterschaft

Jeder Abend wurde zu einem gesellschaftlichen Erfolg. Thomas Iseke und das Team des „del Mar“ sorgten mit kulinarischen Köstlichkeiten dafür, dass nach den Wettfahrten niemand hungrig blieb. Die herzliche Bewirtung und die gemeinsamen Abende trugen entscheidend dazu bei, dass aus einer Regatta eine echte Meisterschaftswoche wurde.

Ebenso unverzichtbar war die Frühstückscrew um Anke, Elke, Wolfgang, Marc, Birgit, Leo, Steffi, Emma und Christian. Früh am Morgen, lange bevor das erste Boot ablegte, sorgte sie für einen guten Start in den Tag. Dieser tägliche Einsatz war alles andere als selbstverständlich und wurde von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr geschätzt.

Großer Dank gilt Wettfahrtleiter Amon und seinem gesamten Team. Die wechselnden Bedingungen verlangten Erfahrung, Geduld und den Mut, klare Entscheidungen zu treffen. Die drei Wettfahrten am Montag, die Absage am windstillen Mittwoch und der verantwortungsvolle Umgang mit dem einschlafenden Wind am Freitag zeigten eine sichere und faire Wettfahrtleitung.

Den Abschluss bildete eine großartige Meisterfeier. Sie war sportliche Siegerehrung, Dank an die vielen Helferinnen und Helfer und gemeinsames Fest zugleich. Ohne die Menschen in der Organisation, auf den Sicherungsbooten, beim Frühstück, in der Küche, an Land und im Hintergrund wäre eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht möglich gewesen.

Doppelter Grund zum Feiern: Crossi wird 40

Ein weiterer Höhepunkt der Meisterschaftswoche war der 40. Geburtstag von Christopher „Crossi“ Jung. Nach seinem sportlich außergewöhnlichen Gewinn der Deutschen Meisterschaft in der Taifun-Klasse gab es für ihn am Freitagabend gleich den nächsten Grund zum Feiern. Im Rahmen der großen Meisterfeier konnte Crossi gemeinsam mit der gesamten Kanuseglergemeinschaft direkt in seinen Geburtstag hineinfeiern.

Als um Mitternacht aus dem frisch gekürten Deutschen Meister zugleich ein Geburtstagskind wurde, war die Begeisterung entsprechend groß. Deutsche und britische Segelfreunde, Familien, Helferinnen und Helfer sowie zahlreiche Wegbegleiter gratulierten gemeinsam. Sportlicher Erfolg, persönliche Freundschaften und ein runder Geburtstag verbanden sich so zu einem ganz besonderen Moment. Für Crossi und alle Anwesenden wurde dieser Abend damit zu einem unvergesslichen Abschluss einer außergewöhnlichen Meisterschaftswoche.

Mehr als eine Ergebnisliste

So bleibt von Mardorf 2026 weit mehr als eine Ergebnisliste. Es bleibt die Erinnerung an acht abwechslungsreiche Wettfahrten, offene Meisterschaftsentscheidungen, außergewöhnliche Comebacks, zwei neue International Canoes und eine deutsch-britische Gemeinschaft, die gezeigt hat, dass sportlicher Ehrgeiz und Freundschaft hervorragend zusammenpassen.

Ein ganz besonderes Lob gilt der Ressortleiterin Kanusegeln des Landes-Kanu-Verbandes Niedersachsen, Birgit Altvater, ihrem Mann Frank Altvater sowie der Ressortleiterin Kanusegeln im Deutschen Kanu-Verband, Emma Grigull. Mit außergewöhnlichem Einsatz, großer Ausdauer und viel persönlichem Engagement haben alle drei bereits im Vorfeld entscheidend dazu beigetragen, dass diese Meisterschaft überhaupt stattfinden konnte. Für diese unverzichtbare Unterstützung gebührt ihnen ein herzlicher Dank.


Vollständige Ergebnisübersicht


Deutsche Meisterschaft Taifun

1. GER 333 – Christopher Jung (BSKV) – 6 Nettopunkte
2. GER 380 – Niklas Steimann (SSC) – 14 Nettopunkte
3. GER 401 – Claudius Junge (SCPR) – 15 Nettopunkte
4. GER 390 – Felix Mosebach (RSN) – 25 Nettopunkte
5. GER 377 – Benedikt Plaumann (BSC) – 29 Nettopunkte
6. GER 403 – Andreas Steimann (SSC) – 31 Nettopunkte
7. GER 404 – Marc Engelken (KSW) – 34 Nettopunkte
8. GER 345 – Roland Rensch (SYC) – 36 Nettopunkte
9. GER 373 – Torben Kossel (NFBS-W) – 41 Nettopunkte
10. GER 355 – Max Teichmann (RSN) – 43 Nettopunkte
11. GER 353 – Elke Kossel (KSW) – 60 Nettopunkte
12. GER 369 – Svenja Wehrhahn (SLRV) – 60 Nettopunkte
13. GER 360 – Emma Nitsch / Marit Wegner (SCPR) – 77 Nettopunkte
14. GER 346 – Christian Wulf (DKV FK) – 78 Nettopunkte
15. GER 366 – Wolfgang Neef (BSKV) – 79 Nettopunkte
16. GER 374 – Maja Stahl / Jonas Kloppenburg (DKV FK) – 102 Nettopunkte
17. GER 335 – Anke Kloppenburg / Lukas Kloppenburg (KSGH) – 104 Nettopunkte
18. GER 398 – Thilo Kingeter (KSMa) – 114 Nettopunkte

Taifun-Jugend im Hauptfeld

Die Jugendboote segelten im Taifun-Hauptfeld; angegeben ist ihr Gesamtrang.

13. GER 360 – Emma Nitsch / Marit Wegner (SCPR) – 77 Nettopunkte
16. GER 374 – Maja Stahl / Jonas Kloppenburg (DKV FK) – 102 Nettopunkte

IC-Euro-Cup – internationale Gesamtwertung

1. GER 92 – Ole Junge (SCPR) – 7 Nettopunkte
2. GBR 357 – Alistair Warren (Aldeburgh Yacht Club) – 9 Nettopunkte
3. GER 87 – Manuel Radek (EGRS) – 21 Nettopunkte
4. GBR 345 – Dan Heaton (Hooe Point SC) – 27 Nettopunkte
5. GBR 340 – Christopher Hampe (HPSC) – 29 Nettopunkte
6. GER 89 – Axel Bierwagen (YCN) – 35 Nettopunkte
7. GER 94 – Anette Steimann (SSC) – 37 Nettopunkte
8. GER 84 – Arne Stahl (KSMA) – 49 Nettopunkte
9. GER 82 – Roger Regitz (AIYCB) – 49 Nettopunkte
10. GER 98 – Lars Hedde (HSC) – 63 Nettopunkte
11. GER 96 – Klaus Röpke (DKV FK) – 63 Nettopunkte
12. GER 99 – Tjorben Beeneken (SLRV) – 65 Nettopunkte
13. GER 100 – Emma Grigull (SCPR) – 90 Nettopunkte
13. GER 101 – Frederik „Freddy“ Steimann (SSC) – 90 Nettopunkte

Deutsche Meisterschaft International Canoe

1. GER 92 – Ole Junge (SCPR) – 7 Nettopunkte
2. GER 87 – Manuel Radek (EGRS) – 21 Nettopunkte
3. GER 89 – Axel Bierwagen (YCN) – 35 Nettopunkte
4. GER 94 – Anette Steimann (SSC) – 37 Nettopunkte
5. GER 84 – Arne Stahl (KSMA) – 49 Nettopunkte
6. GER 82 – Roger Regitz (AIYCB) – 49 Nettopunkte
7. GER 98 – Lars Hedde (HSC) – 63 Nettopunkte
8. GER 96 – Klaus Röpke (DKV FK) – 63 Nettopunkte
9. GER 99 – Tjorben Beeneken (SLRV) – 65 Nettopunkte
10. GER 100 – Emma Grigull (SCPR) – 90 Nettopunkte
10. GER 101 – Frederik „Freddy“ Steimann (SSC) – 90 Nettopunkte

Quelle: https://www.manage2sail.com/de-DE/event/3413929c-e0fe-40f4-a30d-93395de8dd08#!/results

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Veröffentlicht am: 2026-08-03 13:56:00 von Christian Wulf

Pfingstwettfahrten auf dem Steinhuder Meer: Flaute, Spannung und starke Rennen bei IC und Taifun

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Am Pfingstwochenende fanden auf dem Steinhuder Meer die traditionellen Pfingstwettfahrten der Wettfahrtvereinigung Steinhuder Meer und des Schaumburg-Lippischen Seglervereins statt. Ausgeschrieben waren die Klassen 15er Jollenkreuzer, 20er Jollenkreuzer, O-Jolle, Taifun und International Canoe. Aus Sicht der Kanusegler standen vor allem die Klassen IC und Taifun im Mittelpunkt – und sie machten das Wochenende trotz schwieriger Bedingungen zu einer rundum gelungenen Regatta.

Das Gelände des Landes-Kanu-Verbandes Niedersachsen war an diesem Wochenende vollständig ausgebucht. Die Kanuseglerinnen und Kanusegler der Klassen IC und Taifun hatten ihre Boote, Trailer und Zelte mitgebracht und sorgten für eine lebendige Regattaatmosphäre direkt am Steinhuder Meer. Für viele war es nicht nur eine sportliche Veranstaltung, sondern auch ein Wiedersehen innerhalb einer eng verbundenen Segelgemeinschaft.

Der Sonnabend, 23. Mai, begann allerdings mit einer Geduldsprobe. Der Wind ließ auf sich warten. Mehrfach wurden die Starts verschoben, immer wieder richteten sich die Blicke auf das Wasser und in den Himmel. Doch trotz aller Hoffnung blieb das Steinhuder Meer nahezu spiegelglatt. Die wiederholten Startverschiebungen zerrten an den Nerven der Aktiven, bis schließlich die Entscheidung fiel: Für Sonnabend konnten keine Wettfahrten gestartet werden.

Am Samstag wurde zwar nicht gesegelt, aber umso mehr gab es zu feiern. Nach der Absage der Wettfahrten rückte der gesellige Teil des Wochenendes in den Vordergrund. Maja feierte ihren 18. Geburtstag, Marc seinen 50. Geburtstag, Niclas und Christin ihre Verlobung, Claudius seinen Geburtstag und auch die Neuanschaffung meines neuen Taifun GER 346 wurde gebührend gefeiert. Ein ganz großer Dank gilt an dieser Stelle Roger, der sich an diesem Abend als Grillmeister aller Klassen bewährte und wesentlich dazu beitrug, dass aus einem windarmen Regattatag ein besonderer gemeinsamer Abend wurde. Genau solche Momente zeigen, was den Kanusegelsport neben dem Wettkampf ausmacht: Gemeinschaft, Freundschaft und die gemeinsame Freude an den Booten.

Am Sonntag zeigte sich das Steinhuder Meer dann endlich von seiner sportlichen Seite. Nach der Flaute des Vortages war die Spannung im Feld deutlich zu spüren: Jetzt musste geliefert werden. Die Starts hatten Gewicht, jede Kreuz zählte, jede Böe konnte Plätze verschieben. Nach dem langen Warten am Samstag entwickelte sich auf dem Wasser ein konzentrierter, intensiver Regattatag, bei dem sich niemand etwas schenkte.

In der IC-Klasse setzte Axel Bierwagen mit GER 89 früh ein Ausrufezeichen. Mit zwei ersten Plätzen legte er den Grundstein für seinen Gesamtsieg und zeigte über die Serie hinweg die konstanteste Leistung. Doch dahinter blieb es spannend: Arne Stahl mit GER 84 konnte mit einem Laufsieg ebenfalls deutlich machen, dass er um den Sieg mitsegeln wollte. Am Ende reichte es für ihn mit 8 Punkten zu Platz zwei. Roger Regitz mit GER 82 hielt sich mit starken Einzelergebnissen im Spitzenfeld und sicherte sich mit 10 Punkten Rang drei. Manuel Radek folgte knapp dahinter auf Platz vier, vor Peter Ullmann, Tjorben Beeneken und Klaus Röpke. Gerade diese enge Folge der Platzierungen zeigte, wie anspruchsvoll die International Canoes zu segeln sind: Geschwindigkeit allein reicht nicht aus – Balance, Bootshandling und taktische Präzision entscheiden in jedem Lauf.

Auch bei den Taifunen entwickelte sich eine ausgesprochen interessante Serie. Niklas Steimann mit GER 380 segelte konstant vorne mit, platzierte sich zweimal auf Rang zwei und gewann den letzten Lauf. Damit setzte er sich am Ende mit 5 Punkten klar an die Spitze der Gesamtwertung. Dahinter ging es deutlich enger zu. Christopher Jung mit GER 333 zeigte nach einem schwierigen ersten Lauf starke Nerven, gewann den zweiten Lauf und segelte sich damit noch auf Rang zwei vor. Marc Engelken mit GER 404 blieb über die gesamte Serie stabil im Vorderfeld und kam punktgleich mit Christopher Jung auf 11 Punkte. Die bessere Einzelplatzierung entschied schließlich zugunsten von Jung, während Engelken Rang drei belegte.

Auch dahinter blieb das Feld eng beieinander. Andreas Steimann mit GER 403 segelte sich mit einem zweiten Platz im letzten Lauf noch dicht an das Podium heran und wurde Vierter. Claudius Junge mit GER 401 eröffnete die Serie sogar mit einem Laufsieg, musste danach jedoch Plätze abgeben und landete am Ende auf Rang fünf. Johannes Meyer, Torben Kossel, Wolfgang Neef und Helena Ullmann komplettierten das Feld. Gerade die Taifun-Wertung zeigte, wie viel Bewegung in einer kurzen Serie stecken kann: Ein starker Lauf konnte sofort nach vorne bringen, ein Ausrutscher aber ebenso schnell Plätze kosten.

Für mich persönlich war es ein Wochenende mit gemischten Gefühlen. Gerne wäre ich mit meinem neuen Taifun GER 346 selbst an den Start gegangen. Parallel fand in Hannover jedoch traditionell an Pfingsten das Drachenbootfestival statt, sodass eine eigene Teilnahme in diesem Jahr nicht möglich war. Umso schöner war es zu sehen, wie stark die Taifun- und IC-Felder auf dem Steinhuder Meer vertreten waren und wie engagiert die Kanuseglerinnen und Kanusegler dieses Wochenende getragen haben.

Die Pfingstwettfahrten haben damit erneut gezeigt, welchen festen Platz das Steinhuder Meer im Regattakalender hat. Auch wenn der Sonnabend sportlich von der Flaute geprägt war, machten die Wettfahrten am Sonntag, die volle Anlage des LKVN und die starke Gemeinschaft der Kanusegler das Wochenende zu einem besonderen Ereignis.
Ein Dank gilt der Wettfahrtvereinigung Steinhuder Meer, dem Schaumburg-Lippischen Seglerverein, der Wettfahrtleitung, allen Helferinnen und Helfern sowie allen Aktiven, die dieses Pfingstwochenende auf und neben dem Wasser geprägt haben.

Bericht von Christian Wulf

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Veröffentlicht am: 2026-05-31 20:00:00 von Christian Wulf

Drei neue ICs auf dem Weg - vom Entwurf zur Wasserlinie

Manchmal beginnt ein großes Projekt mit einem einzigen Moment.

Für uns war es der Euro Cup 2025 in Brixham. Dort fiel die Entscheidung:
Wir bauen neue Boote. Eigene Boote. Schnell, leicht und kompromisslos.

Auslöser war unter anderem ein schicker Neubau eines britischen Seglers. Die Idee war schnell klar: Wir wollen nicht nur mithalten, sondern einen eigenen Entwicklungsschritt gehen. Das Ziel ist gesetzt – die Weltmeisterschaft im Februar 2027.
Aber vorher sollen die Boote bereits bei der Deutschen Meisterschaft und dem Euro Cup 2026 zeigen, was in ihnen steckt.

Vom Gedanken zur Form
Seit dem Herbst arbeiten wir – im Kernteam Freddy und Emma – an einem komplett neuen Rumpfdesign. Drei Boote entstehen parallel, voraussichtlich mit den Segelnummern GER 100, GER 101 und GER 102.

Der Ansatz: am Limit des entwicklungsspielraums und konsequent ausgereizt.
Ein schmalerer Rumpf, der bewusst an die Klassenlimits herangeführt wird.
Klarer Fokus auf Gewicht und Linienführung.
Entwicklung vollständig innerhalb des Regelwerks.
Als Inspiration dienten unter anderem moderne internationale Designs wie das Maas 5 aus den USA. Ergänzt wurde das Ganze durch den Austausch mit einem Bootsbauer aus Australien.
Am Ende ist daraus aber kein Nachbau geworden, sondern ein deutlich weiterentwickeltes, eigenes Design.

Bootsbau zwischen Alltag und Leidenschaft
Gebaut wird dort, wo viele gute Projekte entstehen: in der Garage.
Neben Vollzeitjob und unterschiedlichen Wohnorten treffen wir uns jede freie Minute in der Werkstatt. Auch bei Minusgraden wurde laminiert, geschliffen und gebaut. Der Anspruch dabei: so viel wie möglich selbst machen, nicht nur aus Kostengründen, sondern auch, um die Boote wirklich zu verstehen.
Freddy bringt bereits Erfahrung aus einem früheren Bootsprojekt mit. Für Emma ist es der erste komplette IC-Neubau, trotz vorhandener Bauerfahrung ein riesiger Schritt.
Und wie bei so vielen Projekten gilt:
Es dauert länger als gedacht.

Der aktuelle Stand
Nach rund 6,5 Monaten Arbeit, viel Zeit, Energie und Herzblut sind die Fortschritte inzwischen deutlich sichtbar:
- Die Rümpfe sind klar als IC erkennbar
- Die Masten sind angekommen
- Die Maße gehen in Kürze an den Segelmacher
- Emmas Boot steht kurz vor der „Hochzeit“, dem Zusammenfügen von Deck und Rumpf
- Freddys Boot ist nur ein bis zwei Arbeitsschritte dahinter
Wenn alles nach Plan läuft, sollen die ersten beiden Boote (GER 100 und GER 101) im Mai/Juni ins Wasser gehen.
Das dritte Boot entsteht von Simon mit etwas weniger Zeitdruck.

Mehr als nur ein Projekt
Was als Idee begann, ist längst mehr geworden.
Dieses Projekt ist für uns kein Nebenbei mehr – es ist eine echte Herzensaufgabe.
Wir stecken alles hinein, was wir haben: Zeit, Energie, Wissen und Leidenschaft.
Denn am Ende geht es nicht nur darum, neue Boote zu bauen.
Es sind unsere eigenen Boote.

Und wie geht es weiter?
Sobald die ersten beiden Boote aufs Wasser gehen, werden wir natürlich weiter berichten.
Wer den Bauprozess schon jetzt verfolgen möchte, findet eine kleine Projektdokumentation mit vielen Eindrücken auf Instagram unter: epic.boatbuilding

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Veröffentlicht am: 2026-04-19 12:30:00

Herbstwettfahrten 2025 des Segler-Verein Wakenitz e.V. und Landesmeisterschaft Schleswig-Holstein im Kanusegeln

Ein durchweg gelungenes Wochenende mit einer tollen Regatta

Am Wochenende des 30. und 31. August 2025 richtete der Segler-Verein Wakenitz e.V. seine traditionellen Herbstwettfahrten aus. Auf dem Ratzeburger See kamen drei Klassen zusammen: die 12-Fuß-Dinghys, die International Canoes (IC) und die Taifun-Klasse.

Die Seglerinnen und Segler der drei Klassen fanden nahezu perfekte Bedingungen vor: Sonnenschein von morgens bis abends, 8 bis 15 Knoten Wind, drehend und anspruchsvoll, forderten taktisches Geschick und schnelle Reaktionen. Am Samstag wurden drei Wettfahrten gestartet, am Sonntag folgten zwei weitere Rennen.

Neben dem sportlichen Teil kam auch das Vereinsleben nicht zu kurz. Der Segler-Verein Wakenitz hatte für ein ausgiebiges Frühstück am Sonntag gesorgt, und am Samstagabend trafen sich aktive Segler, Helfer und Vereinsmitglieder zu einem langen Grillabend.

Das eingespielte Regattateam sorgte für reibungslose Abläufe auf dem Wasser und an Land. Die gesamte Veranstaltung war geprägt von guter Stimmung und einem offenen Miteinander. Nicht wenige fühlten sich auf dem Vereinsgelände mit seiner grünen Umgebung und den kleinen Wegen fast wie im Auenland – eine ganz besondere Atmosphäre, die diese Regatta immer wieder auszeichnet.

IC-Kanu

Die International Canoes boten spannenden Segelsport auf höchstem Niveau. Frederik Steimann (SSC) dominierte mit drei Siegen in fünf Wettfahrten und setzte damit ein klares Ausrufezeichen. Dahinter lieferten sich Emma Grigull (SCPR) und Niklas Steimann (DBYC) ein enges Duell, das Emma dank eines ersten Platzes und mit nur zwei Punkten Vorsprung für sich entscheiden konnte.

Ergebnisse IC-Kanu:

1. Frederik Steimann (SSC)
2. Emma Grigull (SCPR)
3. Niklas Steimann (DBYC)

Taifun

Auch in der Taifun-Klasse wurde hochklassig gesegelt. Andreas Steimann (SSC) dominierte mit vier Siegen und ließ der Konkurrenz keine Chance. Torben Kossel (NFBS-W) überzeugte mit taktisch kluger Fahrweise und belegte Rang zwei. Christian Wulf (DKV FK) musste einige Ausfälle verkraften, zeigte aber kämpferischen Einsatz bei seiner dritten Einhandregatta.

Ergebnisse Taifun:

1. Andreas Steimann (SSC)
2. Torben Kossel (NFBS-W)
3. Christian Wulf (DKV FK)

12-Fuß-Dinghy

Die Dinghy-Segler segelten nur vier Wettfahrten und zeigten enge Positionskämpfe. Jochen Brecht (HSC) und Torsten Keller (MSC) wechselten sich mit den Wettfahrtsiegen ab. Punktgleich, aber mit dem Sieg im letzten Rennen, gewann Jochen schließlich die Regatta. Andreas Fuhrhop (LYC) sicherte sich mit drei dritten Plätzen den Bronzeplatz.

Ergebnisse Dinghy:

1. Jochen Brecht (HSC)
2. Torsten Keller (MSC)
3. Andreas Fuhrhop (LYC)

Die Herbstwettfahrten 2025 waren eine gelungene Mischung aus sportlichem Wettkampf, hervorragender Organisation und geselligem Miteinander. Kaiserwetter, bestes Segeln, ein starkes Regattateam und das besondere Flair des Vereinsgeländes machten das Wochenende für alle Teilnehmenden zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Eine stärkere Beteiligung der IC- und Taifun-Segler wäre im kommenden Jahr wünschenswert – die Regatta, das Revier und das Team sind hervorragend, es lohnt sich.

Bericht: Christian Wulf / Fotos: Florian Mösch

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Veröffentlicht am: 2025-09-02 00:00:00 von Christian Wulf

Euro Cup 2025 der International Canoe – Deutsche Kanusegler mischen an der Spitze mit

Vom 21.–25. Juni 2025 fand in Brixham, Großbritannien der Euro Cup 2025 statt. Mit dabei ein vielköpfiges Kanu-Segler-Team aus Deutschand

In der letzten Juniwoche versammelte sich die Internationale Canoe (IC) Klasse zum Euro Cup 2025 an der Südküste Englands. Gastgeber war der Brixham Yacht Club – gelegen auf einem kleinen Gelände direkt am Hafen, eingerahmt von Fischkuttern, Werftbetrieb und Möwengeschrei.
19 Segler gingen an den Start: 15 aus Großbritannien, vier aus Deutschland. Mit zwei Trailern und langer Anreise aus Flensburg, Hannover und Bad Segeberg rückte das deutsche Team an – sportlich gut aufgestellt und mit jeder Menge Begeisterung im Gepäck.
Die Boote standen direkt am Club, genächtigt wurde auf einem Zeltplatz oberhalb des Hafens. Die Bedingungen auf dem Wasser zeigten sich abwechslungsreich – von Starkwind bis hin zu kompletter Flaute war alles dabei.

Montag – Auftakt mit klarer Präsenz
Zum Regattastart am Montag zeigte sich Brixham von seiner besten Seite: Sonne, 3–4 Bft, drehende Winde – perfekte Bedingungen für zwei knackige Rennen auf dem klassischen Dreieckskurs.
Freddy Steimann segelte sich direkt in den vorderen Bereich und beendete das zweite Rennen auf einem starken 4. Platz – ein erstes Ausrufezeichen. Emma Grigull gelang mit einem 5. Platz ebenfalls ein starker Einstieg und Simon Beers hielt sich im Mittelfeld. Schon früh wurde klar: Die Deutschen segeln vorn mit.

Dienstag – Wind, Welle und das Long Distance Race
Nach einer kurzen Morgenbesprechung ging es zunächst in ein reguläres Rennen, anschließend folgte das Long Distance Race mit 12 Seemeilen, das einmal quer durch die Bucht führte. Mit nordwestlichem Wind und stetiger Dünung war der Tag eine echte Herausforderung – taktisch und körperlich.
Freddy fuhr erneut in die Topgruppe und konnte beim Long Distance Race einen weiteren vierten Platz einfahren, dicht gefolgt von Simon auf dem sechsten Platz. Simon glänzte auch im ersten Rennen, in dem er sein Boot mit dem T-Foil zum Laufen brachte und einen 5 Platz erzeilte. Während Emma die erste Wettfahrt noch im Mittelfeld beenden konnte, sammelte sie beim Long Distance Race ihren ersten Streicher mit einem 14. Platz und hatte mit dem starken Wind, der bis zu 32 kn auffrischte, und den Wellen zu kämpfen.

Mittwoch – Flaute und Klassenleben
Am dritten Regattatag ließ der Wind auf sich warten. Die Boote blieben an Land, Segler standen am Ufer, prüften Riggspannungen – oder tranken Tee. Gegen Mittag wurde endgültig abgesagt.
Trotzdem wurde der Tag genutzt: Die britische IC-Klassenvereinigung lud zur Jahressitzung – bei der das deutsche Team eingeladen war, über die Planung für die Saison 2026 zu berichten und sich über die Teilnahme der anstehende WM 2027 in Australien beraten wurde. Am Abend folgte ein gemeinsames Club-Dinner: Drei Gänge, lange Tafel, viele Gespräche – über Boote, Segel und Erfahrungen. Ein wertvoller Tag – auch ohne Wettfahrten.

Donnerstag – Taktisches Segeln bei wenig Wind
Der Start wurde wegen der Windprognose auf 10 Uhr vorverlegt. Das fünfte Rennen musste nach dem ersten Dreieck abgekürzt werden – Windlöcher machten das Feld nervös. Im sechsten Rennen frischte es leicht auf, zwei Runden konnten gefahren werden.
Freddy fuhr seine Wochen-Bestleitung im Ersten Rennen mit einem großartigen zweiten Platz. Auch Emma zeigte erneut ihr Gespür für taktische Situationen bei Leichtwind. Mit einem 5. Platz gehörte auch sie zur Spitze. Simon blieb in Schlagdistanz. Milena fuhr ihre ersten Wettfahrten auf dem Internationalen Wettkampf und kam als vorletzte trotzdem mit einem breiten Lächeln vom Wasser – eine schöne Leistung.

Freitag – Finale mit Rückenwind
Am letzten Tag zeigte sich die Bucht noch einmal von ihrer sportlichen Seite: auffrischender Wind, gutes Regattawetter. In beiden abschließenden Rennen wurde offensiv gesegelt – um jeden Platz wurde gekämpft.
Freddy konnte sich zwar nicht ganz in den Top 5 halten, blieb aber konstant und wurde schließlich bester Deutscher auf Gesamtrang 7. Simon fuhr noch einen beachtlichen fünften Platz ein und beendete die Meisterschaft auf dem 8. Platz, gefolgt von Emma auf Platz 9.

Gratulation ans Podium
Sam Barker aus Castle Cove dominierte die Serie souverän und sicherte sich den Gesamtsieg mit beeindruckender Konstanz, Geschwindigkeit und seinem neuen Boot. Sein Vereinskollege Mike Fenwick folgte auf Rang zwei, während Alastair Warren aus Aldeburgh sich mit einer starken Abschlussleistung den dritten Platz sicherte. Das deutsche Team gratuliert zu dieser tollen Leistung!

Gesamtergebnisse der deutschen Boote
Platz 7. Frederik Steimann GER 86 -> Schnell und konstant immer vorne mit dabei
Platz 8. Simon Beers GER 83 -> Solide Platzierungen, stark vor allem bei viel Wind
Platz 9. Emma Grigull GER 90 -> Immer wieder vorne mit dabei, punktet bei Leichtwind
Platz 19. Milena Lützen GER 97 -> Erste internationale Regatta, Newcomer mit Potenzial

Flottenerweiterung
Zum Abschluss der Woche wurde nicht nur Bilanz gezogen – sondern auch eingepackt. Ein gebrauchter IC wurde direkt vor Ort an einen deutschen Newcomer vom Steinhuder Meer vermittelt, der dem fachlichen Rat seiner Teamkollegen vertraute und das Boot kaufte. Die Flotte wächst – ganz praktisch und ganz greifbar.

Ein gelungener Auftritt
Der Euro Cup 2025 in Brixham zeigte, dass das deutsche IC-Team nicht nur mithalten kann – sondern in der Lage ist, vorne mitzufahren. Mit drei Booten regelmäßig in der Spitzengruppe und einer geschlossenen, kameradschaftlichen Präsenz war der Auftritt auf ganzer Linie gelungen.

Bericht und Fotos Emma Grigull

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Veröffentlicht am: 2025-07-31 00:00:00